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Was hat Karriereentwicklung eigentlich mit Bergsteigen zu tun?
Eine ganze Menge, wie ich finde: Nutzt man das Gebirge als Analogie für den großen Markt an Unternehmen und die einzelnen Gipfel als Führungspositionen in eben diesen Unternehmen, so ergibt sich ein spannendes Gemälde, in dessen Zentrum Arbeitnehmer*innen bzw. Bergsteiger*innen stehen, die aus ganz unterschiedlichen Gründen unterwegs sind und die individuell entscheiden, bis auf welche Höhe sie sich wagen wollen oder können.
Im Tal geht es zunächst darum, sich der eigenen Fähigkeiten und Ausrüstung bewusst zu werden, bevor der Aufstieg begonnen wird. Für manche Berge reichen gerade zu Beginn der (Berg-)Karriere schlicht Erfahrungen und Wissen, um sicher und selbstbewusst los starten zu können. Viele Bergsteiger*innen starten ihre Tour daher erst, sobald sie notwendige Skills erworben haben, um nicht nach kurzer Zeit wieder umdrehen zu müssen. Die Wahl des individuell passenden Berges läuft anschließend ganz unterschiedlich ab: Die einen planen lange im Voraus, welcher Weg sich am besten eignet und wo der Aufstieg am sichersten ist, denn an manchen Bergen häufen sich Gewitter und Steinschläge, die nur mit viel Erfahrung, guter Ausrüstung oder Glück überstanden werden können. Andere wiederum starten einfach drauflos und hoffen, dass der Weg entweder nicht so steinig ist wie in Tourenberichten beschrieben oder dass andere Bergsteiger*innen ihnen im Zweifel unter die Arme greifen und sie auf dem Weg nach oben leiten. Wieder andere orientieren sich an anderen Bergsteiger*innen und wählen entweder einen Berg, der besonders viel begangen und daher gut ausgeschildert ist, oder aber einen Berg, der eher einsam gelegen ist und wo dafür die Chance, den Gipfel alleine zu erreichen, am größten ist.
Der Aufstieg verläuft ebenso individuell wie die Wahl des passenden Berges. Es gibt Bergsteiger*innen, die gehen am liebsten alleine ins Gebirge, da sie so in ihren Entscheidungen unabhängig sind und keine Rücksicht auf andere nehmen müssen. Dann gibt es Bergsteiger*innen, die Touren am meisten in Gesellschaft genießen: Man hilft sich gegenseitig über Hindernisse hinweg, trifft gemeinsam Entscheidungen zum Weitergehen oder Rasten, teilt Proviant und Ausrüstung untereinander und freut sich über das Bergerlebnis. Und schließlich gibt es Bergsteiger*innen, die sich einen Teil des Weges mittreiben lassen, die Annehmlichkeiten der Gemeinschaft genießen und Fähigkeiten von anderen Mitstreiter*innen abschauen. Irgendwann entscheiden sich diese Bergsteiger*innen dann entweder, alleine zurückzubleiben und die Aussicht zu genießen oder aber, das Tempo zu erhöhen und den Gipfelsturm alleine in Angriff zu nehmen.
Wie auch immer sich entschieden wird, nicht jede/r Bergsteiger*in schafft es zum Gipfel, wofür es verschiedenste Gründe gibt: Wetterumschwünge, die das Weitergehen gefährlich oder unvernünftig machen; herabfallende Steine, die vom Vordermann (un)absichtlich losgetreten worden sind und die das Aufsteigen unangenehm werden lassen; zu wenig Proviant für den weiteren Weg, weshalb ein Abstieg oder eine Rast die einzig richtige Entscheidung darstellt; fehlendes Equipment, um Gefahrenstellen sicher überschreiten zu können; und so weiter. Auch hier zeigen sich komplett unterschiedliche Charaktere: Die einen Bergsteiger*innen wollen die Situation nicht wahrhaben und versuchen, den Aufstieg irgendwie zu erzwingen, was dann entweder – im besten Fall – dazu führt, dass diese erschöpft und ausgelaugt am Gipfel ankommen und dort eigentlich eine Pause benötigen, oder sie stürzen auf dem weiteren Weg ab und brauchen anschließend lange, um wieder fit genug für einen erneuten Anlauf zu sein. Andere Bergsteiger*innen finden sich mit der Situation ab, steigen in das Tal ab und sehen sich nach anderen lohnenswerten Bergen um. Wieder andere Bergsteiger suchen sich auf dem Weg eine Berghütte, bleiben dort und sehen von Zeit zu Zeit nach, ob sich an der Gefahr des Aufstieges etwas geändert hat. Und dann gibt es noch Bergsteiger*innen, die nach alternativen Gipfelrouten suchen, welche unter Umständen länger sind, jedoch größere Sicherheit bieten und zudem Möglichkeiten bergen, die eigenen Fähigkeiten weiter zu schulen und sich zu verbessern.
Hat man es aber zum Gipfel geschafft, so hat man irgendwann auch dort genug gesehen. Manche Bergsteiger*innen machen sich dann an den Abstieg, um nicht mehr ungeschützt der Witterung am Gipfel ausgesetzt zu sein und suchen sich eine neue Bleibe. Andere nutzen ihre Fähigkeiten, um einen Nebengipfel zu erklimmen und dort weiterhin von oben Einblicke zu erhalten. Wieder andere haben aufgrund der langen Zeit am Gipfel vergessen, welche Fähigkeiten benötigt werden, um sicher abzusteigen und müssen sich von der Bergwacht ausfliegen lassen. Und dann gibt es noch Bergsteiger*innen, die andere Aspekte am Gipfel schätzen lernen und ihren Fokus neu ausrichten.
Doch egal, wie der Aufstieg auch abläuft: Es gibt viele Wege zum Gipfel und nicht immer ist der direkte Weg der richtige. Um herauszufinden, welcher Weg am besten geeignet ist und welcher Berg sich anbietet, nutzen nutzen viele die Gelegenheit, einen Bergführer um Rat zu fragen. Gemeinsam können dann Strategien erarbeitet und analysiert werden, wo es hingehen könnte. Der Bergführer muss dabei noch nicht auf jedem Berg gewesen sein, er kann aber aufgrund von Erfahrungen in ähnlichen Situationen sehr genau einschätzen, was es braucht, um einen Weg zu finden, der fordert, aber nicht überfordert und der dem/der individuellen Bergsteiger*in Freude bereitet. Gehen muss der/die Bergsteiger*in letztendlich selbst, doch der Bergführer ist so lange wie nötig an seiner/ihrer Seite, lotet Möglichkeiten aus und steht mit Rat und Tat zur Seite, damit der Aufstieg gelingen kann.
Als Coach stehe ich Ihnen in allen Fragen zu beruflicher Neu-/Umorientierung zur Verfügung und unterstütze Sie dabei, ein individuell passendes, einzigartiges Bergerlebnis zu schaffen. Los geht’s!